Lesefreude aus der Dose

Wie kann man Bücher, die ja im digitalen Zeitalter fast schon ein bisschen aus der Mode gekommen sind, wieder für viele Leser schmackhaft machen?

Indem man sie in eine Dose steckt! Wie das funktioniert, zeigte die Klasse 5e im zweiten Halbjahr im Rahmen des Deutsch-Unterrichts. Denn die Schüler sollten als kreatives Highlight eine Leserolle zu ihrem Lieblingsbuch gestalten.

Erst das Ess-Vergnügen, dann das Leseabenteuer

Wie das funktioniert, ist leicht erklärt. Man braucht für eine Leserolle nichts weiter als sein Lieblingsbuch, ein paar Bastelmaterialien und eine leere Chipsdose. Diese wird dann passend zum Buchtitel außen gestaltet und innen mit einer langen Schriftrolle aus Aufgaben versehen. Die so entstandene Leserolle dient schließlich als Grundlage für eine Buchpräsentation der ganz besonderen Art.

Mit Feuereifer ans Werk

Von den Weihnachtsferien bis zu den Osterferien hatten die Fünftklässler Zeit, ihre Rolle mit Leben zu füllen. Damit bei der Gestaltung keine Langeweile aufkam, konnte jeder Schüler neben den drei Pflichtaufgaben (Gestaltung der Rolle, Inhaltsangabe und eigene Meinung zum Buch) auch noch zwischen einer großen Zahl an Wahlaufgaben auswählen. Egal ob Personensteckbrief, Lieblingsstelle oder Gestaltung eines neuen Titelbildes- für jeden war im Aufgabenpool etwas Passendes dabei und so machten sich die Fünftklässler schon bald mit Feuereifer ans Werk.

Entstehung von wahren Kunstwerken

Als dann in der letzten Stunde vor Ostern die Abgabe der Rollen auf dem Programm stand, staunten die Schüler nicht schlecht, was ihre Klassenkameraden so alles gezaubert hatten. Da gab es Nachbildungen von Raketen, Alpakas oder Dschungellandschaften, Drachen und anderen Fantasiewesen. Die einen hatten ihre Rollen liebevoll mit Glitzersteinen und Filz verziert, die anderen sogar ihre Lieblings-Playmobil-Männchen oder Schleich-Figuren für die Dekoration der Rolle geopfert. Doch auch der Inhalt der Rollen sprengte alle Rekorde. Fast alle Schüler hatten nicht nur die Pflichtaufgaben erfüllt, sondern deutlich mehr Seiten zu ihrer Rolle gestaltet als eigentlich gefordert war.

Präsentationen der ganz besonderen Art

Kein Wunder, dass die Präsentation der Rollen nach den Osterferien von allen Schülern mit Spannung erwartet wurde. Jetzt endlich durfte jeder seine Rolle aus der Dose hervorzaubern, den anderen erklären, was ihn an seinem Buch besonders gefallen hat und eine Lieblingsstelle vorlesen. Dank der vielfältigen Einfälle der Fünftklässler wurde auch die Präsentationsphase nicht langweilig. Im Gegenteil: Die Schüler hätten noch viel länger als die vorgegebene Zeit von ihrem Lieblingsbuch schwärmen können.

Ausstellung der Leserollen in der Aula

Damit die herausragenden Leistungen der 5. Klässler auch dem Rest der Schulgemeinschaft nicht verborgen bleiben, können die Leserollen nun in der Vitrine in der Aula und auf der Schulhomepage der Realschule Ebermannstadt bewundert werden. Die 5e hat mir ihrer Projektarbeit auf jeden Fall eindrucksvoll bewiesen, dass Lesen auch im digitalen Zeitalter alles andere als out ist jede Menge kreatives Potential freisetzen kann.

Eva-Maria Schneider

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