„Sag mal, musst du immer am Computer zocken?! Das wird dir nie etwas bringen!“ – „Interessiert ihr Jugendlichen euch eigentlich noch für irgendetwas?!“ Dass solche pauschalen Aussagen nicht zutreffen, hat die Klasse 8a am Dienstag, den 20.01., eindrucksvoll bewiesen. Im Rahmen eines ganztägigen Workshoptags nahm sie am Projekt „Digitale Zukunftsstage – The future is yours!“ teil.
Das Projekt "Digitale Zukunftstage"
Das Projekt der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit (BLZ), das seit 2022 durchgeführt wird und in diesem Jahr erstmals in Ebermannstadt stattfand, verfolgt ein klares Ziel: Kindern und Jugendlichen eine Stimme zu geben und ihre Zukunftsvisionen in die Kommunalpolitik einzubringen. Die Teilnehmenden sollen erfahren, welche Möglichkeiten der lokalen Partizipation es gibt, und darin bestärkt werden, ihre Zukunft vor Ort aktiv mitzugestalten – in ihrer Gemeinde, ihrer Stadt oder ihrem Landkreis. Zukunftswerkstätten sind dabei seit Langem eine bewährte Methode der politischen Bildung, um ein politisches Möglichkeitsbewusstsein zu entwickeln und Kompetenzen für den Umgang mit einer von Unsicherheit geprägten Zukunft zu fördern.
Probleme benennen - Ideen entwickeln
Schon zu Beginn des Workshops wurde deutlich, dass Kinder und Jugendliche sehr wohl Mängel in ihrer Lebenswelt wahrnehmen und konkrete Veränderungswünsche haben. Unter Anleitung der Referentinnen und Referenten des KidsLab – einer gemeinnützigen Organisation mit dem Ziel, Kinder und Jugendliche durch Programmieren und IT zu befähigen, die Welt aktiv und kreativ mitzugestalten – sammelte die Klasse zunächst Defizite in ihrer Gemeinde. Genannt wurden unter anderem fehlende Treffpunkte für Jugendliche, Fahrradsportanlagen oder eine farbenfrohere Bepflanzung im Ortsbild. Doch beim Benennen der Probleme blieb es nicht lange: Schnell entwickelten die Schülerinnen und Schüler konkrete Lösungsansätze und Ideen.
Digitale Visionen im Spiel umsetzen
Nun begann der kreative Teil des Tages – und für viele auch der spannendste. In dem Open-World-Spiel „Minetest“, einer Open-Source-Variante des bekannten Spiels „Minecraft“, setzten die Jugendlichen ihre Zukunftsentwürfe in Kleingruppen um. Dabei bewiesen sie nicht nur große Kreativität, sondern auch Teamfähigkeit, indem sie Bauaufgaben untereinander aufteilten, Kompromissbereitschaft, indem sie die Ideen anderer aufgriffen und integrierten, sowie Ausdauer – schließlich wurde von 10 bis 15 Uhr programmiert und gebaut.
Arbeiten in angenehmer Atmosphäre
Für neue Energie sorgten ein gemeinsames Mittagessen und kleine, gesunde Snacks. Besonders die angenehme Arbeitsatmosphäre in der neuen – und hoffentlich bald offiziell eröffneten – Schulbibliothek trug zu einem hervorragenden Arbeitsklima bei.
Pünktlich um 15:15 Uhr präsentierten die Gruppen ihre Ergebnisse vor der Klasse sowie vor Gästen aus der Schulleitung, dem Kollegium und der Stadtjugendpflegerin des Kreisjugendrings (KJR). Um 15:45 Uhr endete ein arbeitsintensiver, aber äußerst gewinnbringender Workshoptag.
Wie es weitergeht
In den kommenden Wochen werden die Projektideen im Unterricht weiterentwickelt und gemeinsam mit Unterstützung des KJR vertieft. Gleichzeitig lernen die Schülerinnen und Schüler grundlegende Strukturen der Kommunalpolitik kennen, um ihre realistischen Wünsche und Vorschläge schließlich am 18.03. dem Stadtrat vorstellen zu können. Ziel ist es, echte Veränderungen anzustoßen – es bleibt also spannend!
Frederic Reese